Die Ölreinigung

Die Ölreinigung ist ein Thema, das mich schon seit ca. 3 Jahren beschäftigt und das ich recht erfolgreich (bis heute) vor mir her geschoben habe. Ich hatte in einer Zeitschrift über Pure Skin Food gelesen und die Produkte bei einem Besuch in Hamburg auch gesehen und auf dem Handrücken testen können. Nur mich überwinden, das Öl auf mein (eh schon fettiges) Gesicht zu geben, konnte ich einfach nicht. Ich hab nicht nicht getraut. Der Gedanke von Öl im Gesicht ließ mich einfach erschaudern und ich habe das Thema immer wieder verschoben. Ich war ja froh, dass ich den Fettglanz allmählich unter Kontrolle bekommen hatte!

Als ich in meinem Buch "Natürlich Schönheit" Rezepte für die Herstellung einer eigenen Ölmischung fand, habe ich mich schließlich doch an die Sache ran getraut.

Ölreinigung mit Jojoba- und Rizinusöl

Das Prinzip

Die Gesichtsreinigung ist gerade bei Seborrhoea Sicca der wichtigste Schritt innerhalb der Gesichtspflege. Die Haut soll bei der Reinigung von Talg, Schweiß und Make-up befreit, dabei aber nicht ausgetrocknet oder zu stark entfettet werden. Viele Reinigungsprodukte säubern zwar die Haut gründlich, entfernen aber auch einen großen Teil der schützenden Ölschicht. Der Ölfilm dient der Haut aber als Schutzschicht gegenüber äußeren Einflüssen und verhindert gleichzeitig einen übermäßigen Feuchtigkeitsverlust der Haut. Fehlt der Haut die Ölschicht, kann zu viel Wasser verloren gehen und die Haut dadurch austrocknen. Da Wasser als Reinigungsmittel alleine nur die wasserlöslichen Stoffe beseitigt, braucht man ein zusätzliches Produkt, das die fettlöslichen Stoffe entfernt.

 

Die Reinigung der Haut mit Ölen ist ein sehr altes Verfahren und liegt aktuell wieder voll im Trend.

Manch einer wird sich trotzdem wundern: Bei unreiner, fettiger Haut soll Öl helfen?

Was erstmal widersprüchlich klingt, lässt sich aber ganz logisch erklären:

Gerade bei fettiger und zu Unreinheiten neigender Haut bietet sich eine Öl-Reinigung an, denn Öl hat die Eigenschaft, anderes Öl zu binden. Ganz nach dem chemischen Motto: "Gleiches bindet Gleiches". Reinigt man die Haut mit Ölen, werden Talg und Unreinheiten entfernt, ohne dass die Haut danach austrocknet. Ein leichter Ölfilm bleibt bei dieser Art von Reinigung auf den Poren, sodass die Haut nicht dazu angehalten ist, erneut Fett nachzuproduzieren (was eine Sicca Haut ja gerne mal tut). Die Talgproduktion wird besser reguliert.

Die richtige Ölmischung finden

Für die Ölreinigung benötigt man zum einen ein Basisöl und einen kleinen Anteil Rizinusöl.

Das Basisöl sollte dem jeweiligen Hauttyp entsprechen. Dieses hilft, die Hautfeuchtigkeit nach der Reinigung zu regulieren. Das Rizinusöl dagegen ist notwendig, da es mit seinen reinigenden Eigenschaften Schmutz und Verunreinigungen der Haut entfernt. Rizinusöl sollte nicht unverdünnt verwendet werden, da es sehr konzentriert ist und die Haut verletzen kann.

 

Welches Basisöle werden für welche Haut empfohlen?

  • Ölige und zu Akne neigende Haut: Kokosöl, Mandelöl, Haselnussöl
  • Normale- und Mischhaut: Sonnenblumenöl, Kokosöl
  • Trockene und empfindliche Haut: Avocadoöl (Dieses Öl ist reichhaltiger und hat mehr gesättigte Fettsäuren), Jojobaöl, Kokosöl, Traubenkernöl, Olivenöl, Mandelöl
  • Jede Haut: Olivenöl, Mandelöl, Jojobaöl

Hat man das passende Basisöl ausgewählt, fügt man dem jeweiligen Öl etwas Rizinusöl zu, um die reinigende Wirkung zu verstärken. Je fettiger die Haut, desto mehr Rizinusöl. Hierzu habe ich mir in der Apotheke ein ölfestes Pipettenfläschchen besorgt. Darin lässt sich das Ölgemisch gut aufgewahren und dosieren.

  • Sehr ölige Haut: 30 % Rizinusöl
  • Normale Haut und Mischhaut: ca. 20 % Rizinusöl
  • Trockene und empfindliche Haut: ca.10 % Rizinusöl

Ich würde zunächst zu einer 10%igen Mischung raten, erhöhen lässt sich der Rizinusanteil ja immer noch.

 

Meine Mischung:

Ich habe mich für 70% Jojobaöl, 20% Olivenöl und 10% Rizinusöl entschieden.

Die Anwendung

  1. Das Gesicht grob vorreinigen und gegebenenfalls Make-up (z.B. mit Mizellenlösung) entfernen.
  2. Eine teelöffelgroße Menge Öl in die Handfläche geben und das Öl in kreisenden Bewegungen 1- 2 Minuten in die trockene Gesichtshaut einmassieren. Die Poren öffnen sich und der Talg tritt aus.
  3. Wer keine empfindliche Haut hat, kann dann einen Waschlappen mit heißem Wasser tränken und ihn für eine Weile als Kompresse auf das Gesicht laegen. Durch die Wärme öffnen sich die Poren, die Hautunreinheiten können nun besser mitsamt dem Öl von der Haut entfernt werden. Nicht rubbeln!  Bei empfindlicher Sicca-Haut empfehle ich, das überschüssige Öl mit einem feuchten Lappen oder nur Wattepad abzunehmen.
  4. Diese Prozedur kann nach Belieben wiederholt werden, bis sich die Haut nicht mehr fettig anfühlt. Je nach Bedarf und dem eigenen Hautgefühl kann die Ölreinigung jeden Abend oder nur ein paar Mal die Woche durchgeführt werden.

Zur Einwirkzeit und der Wassertemperatur werdet ihr alle möglichen Angaben finden. Für fettige Haut ist ein heißer Lappen als Kompresse auf dem Gesicht sicher eine gute Idee. Bei empfindlicher Sicca-Haut würde ich davon in jedem Fall abraten. Meine Haut flippt schon bei 38 Grad Duschwasser aus...

Mein Fazit

Ich wende die Ölreinigung schon seit ca. November mehrmals in der Woche an und finde die Prozedur gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Mit dem heißen Waschlappen komme ich nicht zurecht, danach flippt meine Haut total aus und wird rot. Mit einem feuchten Lappen oder Watterpad ist das kein Thema. Bisher kann ich zwar noch nicht behaupten, dass sich meine Haut durch diese Art der Reinigung wesentlich verbessert hätte, aber wir sind ganz gut durch den Winter gekommen und vielleicht habe ich noch nicht die optimale Mischung für meine Haut gefunden... Ich werde auf jeden Fall noch etwas weiter experimentieren, bis meine Öle aufgebraucht sind.

 

Daher freue ich mich über eure Tipps: Welche Erfahrungen habt ihr mit der Ölreinigung gemacht und welche Öle verwendet ihr?

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Kommentare: 3
  • #1

    Bitte (Samstag, 04 Mai 2019 19:20)

    Kein kokosöl nehmen. Das ist hochgradig komedogen. Weiß nicht wie du ausgerechnet auf ein Öl kommst dass auf einer Skala von 0 bis 5 eine glatte 5 hat

  • #2

    Mimose (Sonntag, 05 Mai 2019 12:01)

    Danke für den Hinweis, allerdings wird Kokosöl auf den Skalen die mir vorliegen bei einem Grad von 3 oder 4 eingestuft. Was natürlich trotzdem bedeutet, dass es die Poren verstopfen kann. Daher empfehle ich Kokosöl nicht zur Gesichtspflege, sondern zur Reinigung. Das Öl wird also wieder abgenommen und hat daher nicht die Gelegenheit, die Poren zu verstopfen.

  • #3

    Azulverde (Freitag, 07 Juni 2019 05:47)

    Für unreine Haut kann ich dir auch Hanföl, Schwarzkümmelöl und das Basisöl Arganöl empfehlen. Tamanuöl soll auch super sein, habe ich aber noch nicht probiert . Werde mir auch Bambustücher kaufen und schauen, ob die weicher sind als herkömmliche Waschlappen. Mit Kokosöl und Wildrosenöl habe ich keine guten Erfahrungen gemacht und für mich eignet sich auch kein Mandelöl, was sehr häufig in Kosmetika enthalten ist. Natürlich ist aber alles individuell. Vielleicht kann es dich aber inspirieren.:)