Sonnenschutz #1 - von UV-Filtern, LSF und der richtigen Menge

Die Sonne lässt uns richtig alt aussehen, denn UV-Strahlung ist der größte Schädling unserer Haut und trägt erheblich zur Hautalterung bei. Doch welchen Sonnenschutz kann man im Gesicht bei Seborrhoea sicca oder empfindlicher Mischhaut verwenden?

Warum Sonnenschutz So wichtig ist

Neben Nikotin, Alkohol und Schlafmangel sind UV-Strahlen die größten Schädlinge unserer Haut. Der Anteil der äußeren Einflüsse auf die sichtbare Hautalterung beträgt dabei sogar unglaubliche 80 Prozent und bietet damit die große Chance selbst Einfluss zu nehmen und sich eine schöne und vor allem gesunde Haut zu bewahren. Mit Abstand der wichtigste Faktor ist dabei die UV-Strahlung der Sonne.

Ein Sonnenschutzmittel ist daher quasi eine Art Jungbrunnen!

Sonnenschutzmittel sollten einen Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 15 haben und können auch in einer Tagespflege enthalten sein.

Da meine Melissencreme von Dr. Hauschka leider keinen LSF enthält, bin ich auf zusätzlichen Schutz angewiesen.

 

Die UV-Strahlung der Sonne besteht aus den langwelligen UV-A Strahlen die bis in die Lederhaut vordringen und den kurzwelligen UV-B Strahlen, die beide Hautkrebs fördern und die Hautalterung beschleunigen. Dabei gilt: Je kurzwelliger die UV-Strahlen, desto gefährlicher sind sie für unsere Haut.

 

Der Lichstschutzfaktor gibt an, wie viele Minuten man sich länger in der Sonne aufhalten kann, als mit ungeschützter Haut.

Ein LSF von 30 bedeutet also, dass man eine halbe Stunde länger in der Sonne bleiben kann, als ohne Sonnencreme.

 

Die Lichtschutzfaktoren:

6 - 12 gelten als niedrig

15 - 25 gelten als mittel

30 und 50 gelten als hoch

50+ gilt als sehr hoch

 

Wichtig!

Grundsätzlich gilt, dass der Sonnenschutz nach dem Baden oder Abtrocknen wie auch nach schweißtreibenden Tätigkeiten verflogen ist und man sich erneut eincremen sollte. Wichtig ist auch, die richtige Menge Sonnencreme aufzutragen, denn nur dann wird der angegebene Lichtschutzfaktor überhaupt erreicht. Für das Gesicht beträgt die richtige Menge ca. einen Fingerhut voll! Oder anders ausgedrückt: Wenn es sich unangenehm viel anfühlt, ist es richtig!

chemische vs. Mineralische UV-Filter

UV-Filter diffundieren nach dem Auftragen der Produkte in die Hornschicht und bilden zusammen mit ihr einen Schutzfilm.

Ein mineralischer (physikalischer) Filter reflektiert und zerstreut die UV-Strahlen, ein chemischer Filter wandelt diese in Wärme um.

Auch wenn chemischer Filter der Klassiker sind und sich mineralische Sonnenschutzmittel meist etwas schlechter auftragen lassen, sind letztere gerade bei empfindlicher Haut meist besser verträglich.

 

Chemische UV-Filter:

Bei chemischen UV-Filtern wird die Haut dadurch geschützt, dass in dem Sonnenschutzprodukt organische Verbindungen gelöst sind, die als Filter fungieren. Die Filtersubstanzen sind also in der Lage, UV-Strahlung einer bestimmten Wellenlänge aufzunehmen und in andere Energieformen (z. B. Wärme) umzuwandeln. Sonnenschutzmittel, die nur chemische UV-Filter enthalten, dringen recht gut in die äußere Schicht der Oberhaut ein. Damit das Sonnenschutzmittel über das gesamte Spektrum der UV-B- und UV-A-Strahlung schützt, werden verschiedene Substanzen miteinander kombiniert. Alle chemischen Filter, die heutzutage für Sonnenschutzprodukte verwendet werden, sind sonnenstabil und toxikologisch unbedenklich. Das Risiko, dass sie allergische Reaktionen auslösen können, ist dadurch gering. Allerdings stehen die Filtersubstanzen Butyl Methoxydibenzolmenthane, Octocrylene und Ethylhexyl Methoxycinnamate im Verdacht, hormonell wirksam zu sein.

 

Vorteile:

  • Es sind höhere Lichtschutzfaktoren als bei den mineralischen Filtern möglich

Nachteile:

  • Chemische UV-Filter zersetzen sich nach 3 bis 6 Monaten, so dass man in jeder Saison neue Produkte benötigt
  • Der Sonnenschutz besteht erst nach ca. 20-30 Minuten, wenn sich der Schutzfilm gebildet hat
  • Folgende Inhaltsstoffe sollen hormonell wirken und allergische Reaktionen auslösen können: Benzophenone-3, Benzophenone-4, Benzophenone-5, 4-Methylbenzylidene Camphor, Isoamyl Methoxycinnamate, Homosalate, Octocrylene, Octyl Methoxycinnamate
  • Chemische UV-Filter wurden als Rückstände in der Umwelt, in Fischen und in der Muttermilch nachgewiesen

 

Mineralische UV-Filter:

Physikalischer Lichtschutz beruht auf dem Prinzip der Reflexion: die Sonnenschutzprodukte bilden eine Schutzschicht auf der Haut an der die Strahlung abprallt. Da hierfür mineralische Filter eingesetzt werden, bezeichnet man diese Methode auch als mineralischen Lichtschutz. Bei den mineralischen Lichtschutzsubstanzen handelt es sich um winzige Partikel, die wie kleine Spiegel wirken, an denen die Strahlung reflektiert oder gestreut wird, so dass sie gar nicht erst in tiefere Hautschichten eindringen kann. Bei entsprechender Schichtdicke lässt sich so die UV-Strahlung ziemlich gut abblocken. Die mineralischen UV-Filter bestehen aus natürlichen, weißen Farbpigmenten – meist aus Titandioxid und Zinkoxid. Daher hinterlassen Sie beim Auftragen einen feinen, weißlich schimmernden Film auf der Haut. Um diesen "Weißeffekt" zu minimieren, werden winzig kleine, sogenannte Nanopartikel, verwendet. In vielen Bereichen gilt der Einsatz von Nanopartikeln als problematisch, weil man noch zu wenig über ihre Wirkung im menschlichen Organismus weiß. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat die Verwendung von Nanopartikeln aus Titanoxid und Zinkoxid in kosmetischen Produkten aber als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, da die Partikel in den oberen Hautschichten verbleiben und nicht in den Organismus gelangen.

 

Vorteile:

  • Die Sonnencreme schützt sofort nach dem Auftragen, weil die Reflektion der Sonnenstrahlen gleich nach dem Auftragen erfolgt. Die Wartezeit, wie man sie von chemischen UV-Filtern kennt, entfällt also.
  • Mineralische Pigmente sind kaum allergen und chemisch stabil und bilden daher keine schädlichen Reaktionsprodukte.

Nachteile:

  • Nur mit mineralischen Filtern ist es schwierig einen extrem hohen Lichtschutzfaktor zu erreichen, so dass häufig mit chemischem UV-Schutz kombiniert wird.
  • Ob und wie Nanopartikel in die Haut eindringen können ist noch nicht ausreichend erforscht.

La Roche-Posay - ANTHELIOS AC

Das ist die Sonnencreme die ich im letzten Sommer verwendet habe und mit der ich sehr gut zurecht gekommen bin. Die Creme ist sehr angenehm auf der Haut, da sie keinen öligen Film hinterlässt, zieht schnell ein, mattiert sichtbar und hat im Gegensatz zu den bisherigen Sonnencremes keinerlei Hautunreinheiten bei mit verursacht.

 

Die Creme mit LSF 30 ist ein Mix aus chemischen und mineralischen UV-Filtern und enthält Titan Dioxid. Sie ist extra wasserfest und kommt ohne Duftstoffe und Parabene aus. Das kleine Fläschchen mit 50 ml passt in jede Handtasche und ist in Apotheken erhältlich.

 

Da die Creme neben Silikonen (Dimethicone) auch den hormonell wirksamen Inhaltsstoff Octocrylene enthält, der auch Allerdien auslösen kann, bin ich nun allerdings nicht mehr so von der Creme begeistert und kann sie euch nicht guten Gewissens empfehlen.

Fazit:

Wie gut, dass ich mich intensiver mit dem Thema Sonnenschutz befasst habe! Beinahe hätte ich die noch halb volle Sonnencreme aus dem letzten Jahr weiter benutzt ohne zu wissen, dass die darin enthaltenen chemischen UV-Filter gar nicht mehr wirksam sind und die Creme auch noch Octocrylene enthält, das man wirklich besser vermeiden sollte.

Wenn man einmal anfängt, sich mit den Inhaltsstoffen zu befassen...

Ich mache mich nun mal schnell auf die Suche nach einer mineralischen Sonnencreme für den Körper und einer fürs Gesicht und berichte euch, sobald ich fündig geworden bin!

 

Könnt ihr eine Sonnencreme fürs Gesicht empfehlen, die mattiert und keine Pickel verursacht? Dann immer her damit!

Ich freue mich auf eure Produktempfehlungen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Wanderer (Freitag, 16 Juni 2017 20:41)

    Hallo Meike,

    vielen Dank für die interessanten Themen und für die Mühe, welche Du Dir mit der Ausarbeitung machst. Ich kann Sonnenschutzprokukte von dieser Seite empfehlen, vielleicht ist ja auch was für Dich dabei:
    http://avene.de/produkte/produktlinie/sonnenschutz/

    Grüße,
    Wanderer

  • #2

    Mimose (Sonntag, 18 Juni 2017 12:18)

    Hallo Wanderer,
    vielen Dank für deinen Tipp, die Marke Avené kenne ich natürlich aus der Apotheke. Ebenso wie die Produkte von La Roche Posay, die ich zuvor verwendet hatte, enthält Avené chemische Filter, die hormonell wirksam sein können und die ich gerne vermeiden würde. Interessant ist allerdings die "weiße Linie", da sie rein mineralische Filter verwendet und auf Parabene verzichtet. Insbesondere das Sonnenfluid klingt für die empfindliche Sicca-Haut passend. Leider sind aber PEGs und Polymere enthalten, so dass ich von den Inhaltsstoffen nicht so richtig begeistert bin. Wichtig ist aber natürlich, überhaupt einen Sonnenschutz zu verwenden und wenn du gut mit dieser Creme zurecht kommst, ist das ja die Hauptsache! Auf sonnige Zeiten!