bareMinerals Prime Time - und die Sache mit dem Silikon

Ein Primer soll die Haut glätten, die Poren verfeinern und das Make-Up haltbarer machen, aber verträgt sich ein  Primer auch mit Seborrhoea sicca? Wieviel Silikon in einem konventionellen Primer steckt und was es auf der Haut bewirkt, könnt ihr hier lesen.

bareMinerals PRIME TIME original

Da ich seit einiger Zeit mein unruhiges, trockenes Hautbild mit Mineral Make-up kaschiere, wollte ich das pudrige Make-up mit einem Primer haltbarer machen, meine Haut ebenmäßiger und die Poren verfeinert erscheinen lassen. Hierbei bin ich schnell auf die Marke bareMinerals aufmerksam geworden und habe mir den Primer zugelegt (ca. 22 € für 30 ml, auch in manchen Douglas-Filialen erhältlich).

 

bareMinerals Prime Time - Foundation Primer

"Dieser Primer sagt rauen, schuppigen Stellen den Kampf an, mildert feine Linie, Unebenheiten sowie vergrößerte Poren und nimmt überschüssiges Öl auf, damit sich Eure Foundation makellos auftragen lässt. Lichtdurchlässig; perfekt für alle Hauttöne."

 

Das Produktversprechen klang wie für trockene Fetthaut gemacht und auf der Homepage der aus San Francisco stammenden Firma heißt es:

 

"Wir kreieren innovative Produkte mit der Power hautverschönernder Mineralien. Dabei verwenden wir reinste und hochwertigste Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs. Du kannst Dir also sicher sein, dass alles, was von uns kommt, gut für Dich und Deine Haut ist."

 

Hochwertigste Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs wollte ich natürlich unbedingt in meinem ersten Primer haben! Als ich den ersehnten Primer endlich in Händen hielt und einen Blick auf die Inhaltsstoffe warf, wurde ich jedoch skeptisch...

 

 

 

 

 

 

Cyclopentasiloxane, Dimethicone Crosspolymer, Dimethicone, Silica, Magnesium Silicate, Ascorbic Acid (Vitamin C), Tocopherol (Vitamin E), Calcium Pantothenate (Vitamin B5), Aloe Barbadensis Leaf Extract, Chamomilla Recutita (Matricaria) Flower Extract, Glycyrrhiza Glabra (Licorice) Root Extract

Die Silikone

Cyclopentasiloxane sind Silikonöle, die meist aus billigem Erdöl hergestellt werden. Sie sind ein Ersatz für hochwertige pflanzliche Öle. Paraffine sind eine Sammelbezeichnung für unzählige künstliche Stoffe, darunter auch Vaseline, die breite Verwendung in Kosmetika und Arzneimitteln finden. Von einigen Paraffinen weiß man, dass sie sich in Leber, Niere und Lymphknoten anreichern können. Cyclopentasiloxane (D5) sind schwer abbaubar und reichern sich in lebenden Organismen an.

 

Mehr zum Thema:

http://www.umweltbundesamt.de/themen/cyclische-siloxane-sollen-aus-kosmetik-raus

http://www.cosmacon.de/cyclopentasiloxane/

 

Dimethicone Crosspolymer und Dimethicone sind ebenfalls Silikone.

 

Silikone sind vollsynthetische Stoffe, die mit chloriertem Kohlenwasserstoff hergestellt werden. Sie besitzen keinerlei pflegende Eigenschaften, werden in Kosmetik jedoch gerne als Weichmacher eingesetzt und verleihen der Haut nach dem Auftragen ein Gefühl von Geschmeidigkeit. Bei wiederholter Anwendung legen sich Silikone wie ein feiner Film auf die Haut und erschweren dadurch den Austausch von Nährstoffen.

Erkennungserkmal auf der INCI-Liste: ein Großteil von ihnen erkennt man an der Endung -icone oder -iloxane.

 

Hier ein etwas älterer Beitrag einer Bloggerin:

http://beautydavne.blogspot.de/2011/12/bareminerals-prime-time-foundation.html

Wirkung von Silikonen auf Seborrhoea sicca

Bei dem Wort Silikon denken wohl die meisten von uns entweder an eine Brustvergrößerung oder an die Abdichtung der Küchenarbeitsplatte. Im zweiten Fall verhindert das Silikon, dass die Arbeitsplatte durch Feuchtigkeit aufquillt.

 

Doch wie wirken Silikone auf unsere empfindliche trockene Fetthaut?

 

Silikone verleihen der Haut nach dem ersten Auftragen ein Gefühl von Geschmeidigkeit und rufen kaum allergische Reaktionen hervor. Daher werden sie in vielen Kosmetikprodukten verwendet. Kaum ein anderer Stoff versiegelt so gut, weshalb sie auch zum Abdichten von Fugen oder auch zur Produktion von Autolacken und Möbelpolituren verwendet werden.  Häufig haben Silikone auch einen weichzeichnenden Effekt und wirken als Faltenfiller. Da sich mit Silikonen also kurzfristig sichtbare Effekte erzielen lassen und die Nutzung von den fast unbegrenzt haltbaren Silikonen weitaus günstiger ist, als die Verwendung hochwertiger pflanzlicher Öle, sind sie in der Kosmetikindustrie so beliebt. Derartige Soforteffekte gehen aber leider auf Kosten der langfristigen Wirkung, denn die natürliche Regeneration der Haut wird durch den hautfremden Film massiv behindert. Auch Pflegestoffe wie Vitamine können über silikonhaltige Cremes nicht in die Haut gelangen. Deshalb stehen Silikone bei Ärzten und Verfechtern physiologischer Hautpflegekonzepte auf der Streichliste. 

 

Einen ähnlichen Effekt wie mit Silikon könnten wir erzielen, wenn wir unsere Haut mit Frischhaltefolie einwickeln.

Die Haut kann nicht mehr atmen, überschüssiger Talg und Schweiß kann nicht an die Oberfläche abtransportiert werden, was bei regelmäßiger Verwendung zwangsläufig zu einer Zunahme von Unreinheiten und Talgeinschlüssen führt.

Die Haut "gärt" quasi unter der Silikonabdichtung, quillt auf und wird spröde.

Fazit

Gute Pflegeprodukte sollten die Haut in ihrem natürlichen Erneuerungsprozess unterstützen. Genau dieser wird durch Silikone leider massiv behindert. Unserer Seborrhoea sicca zuliebe sollten wir Silikone konsequent aus unserer täglichen Pflegeroutine streichen.

Außerdem liefert Silikon im Gegensatz zu pflanzlichen Ölen keinerlei eigene Pflegestoffe, sodass immer Wirkstoffe zugesetzt werden müssen, um mehr als einen oberflächlichen kurzfristigen Effekt zu erzeugen.

 

Ich für meinen Teil möchte Silikone komplett aus meinem Kosmetikschrank verbannen, daher gehen dieser Primer und ich jetzt getrennte Wege. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Marina (Dienstag, 07 Februar 2017 07:53)

    Hallo Meike,
    ich habe schon öfter gehört, dass Silikone nicht gut für die Haut sind. Aber ehrlich gesagt hatte ich bisher nie ganz verstanden wieso. Dein Artikel erklärt mir zum ersten Mal, was das Problem daran ist und dass ein solcher Verzicht begründet ist.

    "Hochwertigste Inhaltsstoffe etc.": ja, in der Werbung ist leider immer noch (fast) alles erlaubt.

    Schöne Grüße,
    Marina

  • #2

    Mimose (Samstag, 11 Februar 2017 11:43)

    Hi Marina,
    mir ging es vor dem Artikel genauso! Ich hatte davon gehört, kannte aber den genauen Grund nicht... So lerne ich selbst bei jedem meiner Blog-Posts dazu und falle immer seltener auf irgendwelche Werbeversprechen herein :)

    Viele Grüße
    Mimose

  • #3

    Anna (Sonntag, 03 September 2017 17:24)

    Hallo Mimose,

    irgendwie konnte ich mit Primer noch nicht so richtig anfreunden. Hatte immer das Gefühl das diese Produkte meine Haut mehr belasten als die Poren verfeinern. Was Silikon betrifft, werde meine Produkte mal nochmal genauestens auf -icone oder -iloxane. Danke für den Beitrag.

  • #4

    Mimose (Donnerstag, 21 September 2017 17:17)

    Liebe Anna,
    das kann ich gut verstehen, es war auch mein erster Primer und dann sowas... Ich werde mir aber demnächst den naturkosmetischen Primer von Coleur Caramel gönnen, den möchte ich nämlich schon lange mal ausprobieren. So viele NK-Primer werden ja auch gar nicht angeboten...

    Viele Grüße
    Mimose